Familienverband der Familie v. Treskow
 


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Orte > Klinge (1914-1918)

Das heute verschwundene Rittergut Klinge bei Cottbus konnte seit der Zeit der Raubritter auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, zahlreiche märkische Adelsfamilien gaben sich hier über die Jahrhunderte als Grundherren die Klinke in die Hand: die Ortschronik verzeichnet die Familien v. Kottwitz, v. Kracht, v. Pfuel, v. Zabeltitz, v. Beauvrier, v. Schönburg-Glauchau, v. Kleist, v. Wartensleben, v. Seiffertitz, v. Reichenbach-Goschütz, v. Unruh, v. Goldstein, v. Hanneken und v. Steinäcker. Im 19. Jahrhundert wurde Klinge bürgerlich und kam in den Besitz des Kaufmanns Coulon, des Bankiers Printz, des Leutnants Servière, des Posthalters Schmidt, des Maurermeisters Schneider, des Rechtsanwalts Hoffmann aus Berlin und des Landwirts Ackermann aus Gosda. Alle Besitzer trennten einzelne Flächen von der einst bedeutenden Gutsherrschaft ab und verkauften Wälder und Seen. Auch die ursprüngliche Wasserburg veränderte kontinuierlich ihr Gesicht.



Der Gutsherr Gustav Ackermann ließ das barocke Herrenhaus 1896 nach einem Brand in den Formen der Neugotik wiederaufbauen und verkaufte das auf 210 Hektar verkleinerte Gut unmittelbar vor Kriegsausbruch 1914 an Waldemar v. Treskow (1865-1942), für den Klinge vor allem aus einem Grund interessant war: es grenzte unmittelbar an das Familiengut Weissagk. Waldemar v. Treskow hatte nach dem Verkauf des elterlichen Guts Morasko bei Posen bis 1913 das Gut Augustenhof bei Schwerin bewirtschaftet. Dem Umzug nach Klinge folgte allerdings unmittelbar die Einberufung - den Krieg machte der neue Gutsherr als Rittmeister in Russland mit. Immerhin konnte er sein Kriegstagebuch 1918 noch in Klinge beenden – doch nach einem Blick in die Bücher war alles vorbei: das neue Rittergut musste noch im gleichen Jahr aufgegeben werden. Die heute denkmalgeschützte „Villa Bismarck“ in Dresden-Blasewitz, die sich die Familie durch den Krieg hindurch erhalten hatte, wurde ebenfalls 1921 veräußert. Waldemar v. Treskow zog sich nach Radebeul zurück und experimentierte nun mit einem kleinen Obstgut in Weinböhla. Da eigene Kinder ausblieben, adoptierte er 1922 die achtjährige Kriegswaise Hertha v. Behr aus Kurland (1914-2013), die an der Seite ihres späteren Ehemanns, des Staatsanwalts Ernst-Otto v. Dewitz, in Heidelberg ein offene Haus für zahlreiche Studentengenerationen führte.
Der Ort Klinge schaffte es in seiner tausendjährigen Geschichte nur zweimal in die Weltpresse: 1903 wurde hier erstmals in Deutschland das vollständig erhaltene Skelett eines Mammuts gefunden. Und am 6. Juni 1927 musste der Pilot Clarence Duncan Chamberlin in Klinge notlanden – sein Rekordversuch eines ersten Nonstop-Flugs von New York nach Berlin fand damit vorerst sein Ende. Das sogenannte Klinger Schloss überlebte in DDR-Zeiten als Zentralschule und wurde hierfür 1965/66 aufwendig saniert. Als die Gemeindevertretung am 12. 12. 1980 die Devastierung des Ortes zugunsten des Braunkohleabbaus und den Umzug aller Bewohner beschloss, konnte lediglich das sogenannte Raubrittertor des alten Gutsbezirks gerettet werden: im Jahr 2001 wurde es 750 m von seinem ursprünglichen Standort entfernt in der neuen Gemeinde Wiesengrund wiederaufgerichtet.