Familienverband der Familie v. Treskow
 


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Orte > Rahnsdorf und Wilhelmshagen (1850-1891)

“Rahnsdorf“, so schreibt Fontane 1862 in seinen Wanderungen durch die Grafschaft Ruppin, „hatte seiner schönen Lage halber immer eine Anziehungskraft für die Residenzler, die hier, in einer zerstreuten Villenkolonie, die heiße Jahreszeit, insonderheit auch die Ferienwochen ihrer Kinder zuzubringen liebten … Es freut das Herz, so an der Müggel zu sitzen und, die leise Musik von Wald und Wasser um sich her, die Stunden zu verträumen. Die Sonne sinkt, und das Bild, das beim ersten Anblick, aller eigentümlichen Schönheit unerachtet, eine gewisse Monotonie zeigte, gewinnt mehr und mehr Gewalt über uns und spinnt uns in den alten Müggelzauber ein. Die Kähne mit ihrer weißen Kalksteinladung, deren aufgeschichtete Blöcke das Kajütendach in ein kleines Kastell verwandeln, ziehen geräuschlos vorüber, die Dächer des gegenüberliegenden Rahnsdorf glühen noch einmal auf, und der See selber wechselt von Minute zu Minute seine Stimmung und seine Farbe.“


 

Das 1375 erstmals erwähnte Fischerdorf Rahnsdorf am Müggelsee war seit 1836 ein eigenständiges landtagsfähiges Rittergut im Besitz der Familie v. Marschall und Grafen v. Hacke, die das Gut 1850 gemeinsam mit Dahlwitz an Heinrich v. Treskow verkauften. Rahnsdorf hatte zu dieser Zeit eine Größe von 500 Hektar, die Hälfte davon war dichter Wald. Auf den Wiesen und Hopfenfeldern war bereits 1722-1724 das Vorwerk Hoppegarten angelegt worden. Das Dorf selbst war unmittelbar am Müggelsee gelegen und wurde nach zwei Großbränden 1860 und 1872 in Stein neu aufgebaut. Die 1872 abgebrannte alte Dorfkirche stammt aus dem Jahr 1886, ebenso wie Dorfschule und der historische Dorfanger ist sie heute ein eingetragenes Berliner Baudenkmal. Heinrich v. Treskow hatte sich als Gutsherr von Rahnsdorf am Wiederaufbau beteiligt, bevorzugte aber Schloß Dahlwitz als Wohnsitz. Erst seine Tochter Herta v. Treskow zog nach ihrer Eheschließung mit Georg v. Brandis 1875 für wenige Jahre in das Rahnsdorfer Gutshaus. Nachdem ihr 1883 das Gut Neuhaus bei Schwerin an der Warthe zugefallen war, zog sie mit ihrer Familie in die Neumark. Nach dem Tod ihres Vaters Heinrich v. Treskow in Dahlwitz erhielt Herta v. Brandis Rahnsdorf 1886 als Erbteil, entschloß sich aber 1891 zum Verkauf an den Berliner Kaufmann Karl Kroehne. Mit diesem Verkauf setzte unmittelbar die Parzellierung des Geländes ein. Die Deutsche Volksbau-Aktiengesellschaft erwarb einen Teil des früheren Gutsbezirkes Rahnsdorf und gründet die Villenkolonie Neu-Rahnsdorf, die im Jahre 1902 in Wilhelmshagen umbenannt wird. Die ebenfalls unmittelbar neben dem Gutshaus entstehende Kolonie am Wasser erhielt zunächst den Namen Neu-Kamerun, schließlich setzte sich aber der Name Neu-Venedig durch. Das Gutshaus selbst, seitlich der Fürstenwalder Allee / Ecke Kuckuckssteig, ging im April 1945 beim Einmarsch der Roten Armee in Flammen auf.


 

Berühmt wurde Rahnsdorf schließlich durch seinen Sandstrand, der mit der 1879 eröffneten Bahnlinie gut von Berlin aus zu erreichen war. Im Gründungjahr der „Freibad Müggelsee GmbH“ 1912 hatte das Bad bereits über 177.000 Besucher, ab 1929 fuhr sogar eine eigene Strassenbahnlinie von der Behrenstrasse in Mitte zum Strandbad in Rahnsdorf. 1929-1930 errichteten die Architekten Martin Wagner und Friedrich Hennings ein massentaugliches Freibad mit den heute denkmalgeschützten Bauten: Promenaden, Restaurants, Läden und Sonnenterrassen. Derzeit kämpft die „Stiftung Strandbad Müggelsee i.G.“ gegen den fortschreitenden Verfall und sucht einen Investor, der dem Bad einen Weg in die Zukunft ebnen könnte.