Familienverband der Familie v. Treskow
 


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Orte > Neuhaus (1828-1893)

Neuhaus (Nowy Dwor) ist heute ein Ortsteil der polnischen Gemeinde Swierzyna (Schwerin) an der Warthe und liegt nördlich von Sulechow (Züllichau) hinter dem Grenzübergang Frankfurt/Oder. Im frühen 19. Jahrhundert gehörte der Ort zum Regierungsbezirk Frankfurt, seit 1887 zum Landkreis Schwerin a. d. Warthe in der Provinz Posen. Carl v. Treskow (1787-1846) erwarb das Gut Neuhaus 1828 und vermachte es seiner Tochter Marie (1814-1879), die 1834 in Friedrichsfelde den Offizier Adalbert v. Enckevort (1812-1883) geheiratet hatte. Enckevort war zuletzt als Oberst Kommandeur des 2. Pommerschen Kürassier-Regiments und lebte mit seiner Frau bis zu seinem Abschied vom Militär in Wollin und Pasewalk.

1855 beauftragten das Paar den Architekten Eduard Knobloch mit dem Entwurf eines neuen Gutshauses, das in den Folgejahren leicht verändert ausgeführt wurde. Die Zeichnungen und Grundrisse hat das Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin 2024 digitalisiert.
Knobloch hatte für die Familie v. Enckevort bereits 1845-1847 gemeinsam mit Karl Friedrich Schinkel das imposante Schloss Vogelsang (Vogelsang-Wersin) an der Ostseeküste bei Uckermünde erbaut. Nachdem Marie und Adalbert kinderlos verstorben waren, fiel Neuhaus 1883 an die Nichte Hertha v. Brandis, geb. v. Treskow (1852-1893), eine Tochter von Maries Bruder Heinrich v. Treskow auf Dahlwitz. Hertha hatte bis zu ihrem Umzug mit ihrem Ehemann Georg v. Brandis (1847-1904) auf ihrem Erbteil, dem Dahlwitzer Nebengut Rahnsdorf am Müggelsee, gelebt, das 1891 für den Erhalt der über 2000 ha großen Gutswirtschaft Neuhaus verkauft werden mußte: hier entstanden fortan die Villenkolonien Neu-Venedig und Wilhelmshagen. Nach dem Tod von Georg v. Brandis wurde Neuhaus 1904 von dem noch in Rahnsdorf geborenen Sohn Udo v. Brandis (1876-1923) übernommen, seine Witwe Brigitte v. Brandis, geb. v. Bredow (1895-1982), bewirtschaftete das Gut bis 1945, seit 1927 unterstützt von ihrem als Gutsverwalter eingesetzten Schwager Hanns Gustedt. Von dem Gutshaus steht heute nur noch eine eindrucksvolle Ruine.

Die Familien v. Treskow und v. Enckevort waren über mehrere Generationen hinweg eng miteinander verwandt: Adalberts Schwester Leontine v. Enckevort (1816-1859) heiratete 1841 Maries Bruder Julius v. Treskow in Grocholin (1818-1894), ein weiterer Bruder, Karl v. Enckevort, heiratete ebenfalls 1841 die in Owinsk geborene Gräfin Marie v. Lüttichau (1818-1855), eine Tochter von Anna Sara v. Treskow (1790-1873). Deren Sohn Wilhelm Graf v. Lüttichau (1816-1892) ehelichte schließlich 1844 in Friedrichsfelde seine Cousine Elisabeth v. Treskow (1824-1879), die Schwester von Marie v. Enckevort und Julius v. Treskow. Georg v. Brandis, der verwitwete Gutsherr in Neuhaus, heiratete zu guter Letzt 1896 in zweiter Ehe auf Schloss Vogelsang Hedwig v. Enckevort, eine entfernte Cousine seiner ersten Frau. Alle Enckevorts waren Nachkommen des protestantischen Reformers Philipp Melanchthon. An diese schwer zu entwirrende Familienmelange erinnern noch heute der Enckevortweg und der Lüttichauweg am Schlosspark Friedrichsfelde.


„Du scheinst jetzt so eingenommen von Deinem Aufenthalt dass ich fürchte, Du wirst Dich hier weniger gefallen als sonst, Boden und Art der Bewirtschaftung mag da Vorzüge haben, dafür haben wir hier aber andere tausendfältig und mir würde eine Versetzung nach der dortigen Gegend sehr traurig erscheinen. Doch davon ist Gott sei Dank nicht die Rede und so kann ich nur froh sein, dass Du mit der dortigen Besitzung so zufrieden bist.“

Julie v. Treskow an ihren Ehemann Carl v. Treskow in Neuhaus, Friedrichsfelde 24. Mai 1828