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Familienverband der Familie v. Treskow
 


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Personen > Eduard v. Treskow (1837-1898), Generalmajor

* 19. 12. 1837 Radojewo bei Posen, + 1.1. 1898 Kassel; ev.; RR d JohO; preuß. GeneralMaj. z. D. , verh. 1870 mit Klara, geb. v. Hausmann (1850-1927); V Heinrich v. Treskow (1795-1861), Gutsherr auf Radojewo; M Antonie, geb. v. Bünting (1811-1860); G Maximilian (1830-1909), Otto (1931-1901), Richard (1832-1914), Oskar (1833-1883), Franz (1835-1910, preuß. General), Friedrich (1839-1857), Heinrich (1840-1927, preuß. General), Arthur (1842-1913), Ernst (1844-1915, Botschafter), Hermann (1847-1870), Georg (1850-1851), Erich (1852-1922); T Elisabeth (1871-1957).


Eduard v. Treskow wuchs auf dem Rittergut Radojewo bei Posen auf und entschied sich früh für die militärische Laufbahn. Mit sieben seiner zwölf Brüder nahm er an den Kriegen von 1864 teil 1866 teil, mit acht Brüdern zog er in den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Am Tag des Kriegsbeginns, dem 19. Juli 1870, heiratete er in Kassel Klara Hausmann, die Tochter des 1871 nobilitierten Artillerie-Generals Karl v. Hausmann (1816-1879), mit dem er am 6. August 1870 die Schlacht bei Wörth im Elsass durchlebte.


 

Eduard v. Treskow war nach dem Krieg Hauptmann und Major im Hessischen Infanterie-Regiment Nr. 83 unter Befehl des Fürsten Georg Franz zu Waldeck und Pyrmont, im Jahre 1880 wurde er Kommandeur des Hessischen Leibgarde-Regiments Nr. 115 unter Großherzog Ludwig IV. von Hessen in Darmstadt. In den Jahren 1888-1891 war er Kommandeur des 3. Infanterie-Regiments „Alt-Württemberg“ in Ludwigsburg bei Stuttgart. Hier wurde er 1891 als Generalmajor verabschiedet. Eduards Schwager Konrad von Hausmann (1853-1923) wurde ebenfalls preußischer General in Metz und Karlsruhe, er war seit 1882 mit einer Tochter des Industriellen und BASF-Gründers Friedrich Engelhorn aus Mannheim verheiratet. Das neu erworbene Hausmannsche Schloss Sinnershausen in Thüringen, 1859-1861 für Erbprinz Georg von Sachsen-Meiningen im "Schweizerhausstil" umgebaut, war Mittelpunkt der unsteten Familie.

Nach seinem Abschied zog Eduard v. Treskow mit Frau und Tochter nach Bad Doberan und erwarb am dortigen Alexandrinenplatz ein klassizistisches Stadthaus, das sich 1823/24 der Architekt Carl Theodor Severin erbaut hatte - von Severin stammen das Theater in Bad Doberan (1805/06) und das berühmte Kurhaus im Seebad Heiligendamm (1814/16). In dem neuen Haus am Alexandrinenplatz 5 lebte die Witwe Klara v. Treskow bis zu ihrem Tod 1927 und die Tochter Elisabeth bis 1957.

 

Die unverheiratete Tochter Elisabeth v. Treskow blieb nach 1945 als eines von sehr wenigen Familienmitgliedern in der DDR, in Bad Doberan hatte sie 1918 eine Filiale des um 1900 in Berlin gegründeten Deutschen Frauen-Missions-Gebetbundes ins Leben gerufen. Bereits als junge Frau hatte sie Missionsreisen nach Jerusalem begleitet, wo der mit einer Treskow-Cousine aus Radojewo verheiratete Prof. Gustaf Dalman als preußischer Konsul und Erster Direktor des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaften im Heiligen Land lebte. Von 1927 bis zu ihrem Tod am 27.11.1957 stellte sie ihr Elternhaus als Haus Gottesfrieden den Diakonissen-Schwestern zur Verfügung und vermachte es schließlich der Diakonissen-Stiftung Salem in Berlin-Lichtenrade. Die letzten Schwestern verließen das Haus 1978. Heute dient die Villa als Bildungs- und Freizeitstätte des Mecklenburgischen Gemeinschaftsverbandes e.V. innerhalb der Evangelischen Landeskirche. 2014 ist mit Hilde Häckel von der Liebenzeller Schwesternschaft wieder eine Diakonissen-Schwester in das Haus Gottesfrieden nach Bad Doberan zurückgekehrt.

Literatur:
Wöchentliche Anzeigen für das Fürstenthum Ratzeburg, No. 85, 23. Oktober 1866, S. 2; Carl Christian Freiherr Röder v. Diersburg: Geschichte des 1. Großherzoglich hessischen Infanterie- (Leibgarde-) Regiments Nr. 115, bearb. von Fritz Beck, Berlin 1899; Rangliste der Königlich Preußischen Armee, 1879 ff.; Hugo Schempp: Geschichte des 3. Württ. Infanterie-Regiments Nr. 13 1716–1891. Stuttgart 1891; Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Militärhistorische Bildsammlung 1806-1948.